Infrarotfotografie - Pictureart4you

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Ansel Adams
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Infrarotfotografie

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Mit 7 Jahren begann ich zu fotografieren. Die erste Kamera war eine Beirette . Später experimentierte ich mit Plattenkameras und richtete mein eigenes Labor ein. In der Grundschule wurde ich Mitglied im dortigen Fotoclub. Experimentelle Fotografie hat bis dahin nur eine geringe Rolle gespielt. Dann habe ich mich, angeregt durch Gabriele Berthel, intensiv mit Klebekollagen befasst. Um diese zu vervielfältigen, mußten die Kollagen reproduziert werden. So begann mein Einstieg in den „künstlerischen Teil der Fotografie“. Nebenbei verdiente ich mir durch Fotos im Kulturteil diverser Zeitungen etwas Geld. 1988 begann ich in Karl-Marx-Stadt mit dem Hochschulstudium als Medizintechniker. Die Erfahrungen in der Fotografie nutze ich dann am Frauenhofer Institut für Schwingungsanalysen mittels Laser. Damals wechselte ich in den Fotoklub Kontrast 70 der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt und wurde gleichzeitig Mitglied im Kulturbund der DDR. Bis dahin hatte ich schon einige lokale Ausstellungen durchgeführt und an nationalen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. Anlässlich des 17. FIAP Foto Forum Jugend wurden gleich 4 meiner Bilder in der Schweiz ausgestellt. Das war mein erster internationaler Erfolg. Am 15. Mai 1991 erlebte ich die Gründung des ersten Landesverbandes des DVF der neuen Bundesländer mit. Seitdem bin ich dessen Mitglied. 1991 durfte ich am internationalen Jugend- und Jugendleiterseminar in Burghausen teilnehmen. Karl Marx-Stadt wurde 1991 in Chemnitz umbenannt. Der Fotoclub nannte sich fortan Fotoclub Kontrast 70 e.V. der technischen Universität Chemnitz. 2005 wurde ich zu dessen Leiter gewählt.
Es wurde im eigenen oder clubeigenen Labor entwickelt. Viele Nächte verbrachte man so im Geruch vom Entwickler und Fixierbad. Die Landschaftsfotografie hat es mir am meisten angetan. Zunehmend begann ich mich für die Infrarotfotografie zu interessieren. In der DDR gab es dazu den ORWO IR 750 Film (Bild 2).


ORWO IR 750 – getont – Dresden Pillnitz

Nach der Wiedervereinigung konnten wir den Ilford SFX, den Konica und Kodak High Speed IR Film benutzen. Am Häufigsten verwendete ich den Konica IR Film . Dieser wurde im ID11 durch empirisch gewonnene Zeiten entwickelt. Als Filter verwendete ich meist einen hellroten Filter. Diese Filme sind neben dem sichtbaren Bereich auch im IR Bereich sensibilisiert. Durch die Verwendung unterschiedlicher Rotfilter konnte die Stimmung beeinflußt werden. Meine Ausstattung dafür war eine X300 und X700 von Minolta. Nicht jede AF Kamera konnte damals benutzt werden, da die Bildzähler einiger Kameras auf IR Basis funktionierten. Die analoge IR Fotografie ist eine recht materialintensive und damit teure Angelegenheit, da meist mehrere Fotos vom selben Motiv mit unterschiedlichen Belichtungszeiten angefertigt werden mußten. Es entstanden reizvolle Aufnahmen in S/W (Bild 3).


KODAK HIR Film – Potsdam 2002

Die Kameras waren damals meist noch für´s Leben gebaut. Als Analogfreak habe ich den Einzug der Digitalfotografie lange argwöhnisch als eine Art Krankheit mit Tendenz zum Absterben betrachtet.
Mein Zwillingsbruder kaufte seine erste digitale Kompaktkamera und ich war so begeistert davon, daß ich 2002 eine Olympus Camedia C-2100 erwarb. Nur durch Zufall endeckte ich die hervorragenden IR Eigenschaften dieser Kamera. Damit war bei mir der Weg zur digitalen Fotografie eingeschlagen. Von nun an war die digitale Fotografie ein weiteres Werkzeug, meine Ideen umzusetzen. Ich teste jede Kamera, die mir in die Finger kommt, bezüglich Ihren IR Eigenschaften. Die Vorzüge der digitalen Fotografie waren und sind insbesondere im experimentellen Bereich sowie bei grenzwertigen Belichtungssituationen ungeschlagen. Heute umfaßt meine Ausrüstung neben einer analogen Dynax 700si eine D50 und eine Sony Alpha 100. Der Diascanner hat das Labor ersetzt, die digitale Kamera hat meine Analoge fast verdrängt.
Ein CCD ist generell im infraroten Bereich empfindlich wie im sichtbaren Bereich. Darum ist vor jedem CCD ein Infrarotsperrfilter eingebaut. Die Sperrwirkung dieser Filter ist aber von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Darum eignen sich nur manche Kameras besonders gut für die digitale Infrarotfotografie. Da der stark infrarote Bereich eigentlich gesperrt ist, spricht man bei der digitalen IR Fotogafie auch von Near Infrared Fotografie = NIR Fotografie. Man nutzt eigentlich nur ein schmales Band der Wellenlänge zwischen sichtbarem, infrarotdurchlässigem und gesperrten Bereich. Als Filter benötigt man hier einen Infrarotfilter. Es gibt verschiedene Filter mit verschiedenen Wellenlängen. Nicht alle eignen sich optimal. Insbesondere der Hoya R72 hat sich hier als ein Allroundfilter erwiesen. Fast alle damaligen 2 Megapixelmodelle waren sehr gut geeignet (C-2100, C-2000, Nikon Coolpix 950 etc.,). Aber auch einige 3 und 5 Megapixelmodelle sind hier zu wahren Klassikern mutiert. Hier sei die Canon Powershot G1 und die Dimage 7 genannt (Bild 4,5,10).


Minolta S414 - Filter R72 – Jetrojevice 2004


Dimage 7- Filter R72- getont- Saalbach Hinterglemm 2005


NIKON D50 - Filter R72 - Österreich 2006

Manch heutiges Handy ist hervorragend geeignet für die digitale IR Fotografie. Bei einigen Sonymodellen konnte man den IR Sperrfilter mechanisch wegklappen (DSC-V3, DSC-717 etc.). So waren auch Aufnahmen aus der Hand möglich. Bei allen Kompaktkameras kann das IR Bild quasi vor der Aufnahme am LCD Monitor zur Bildkomposition berachtet werden. Die Belichtungszeiten erfordern ein Stativ. Belichtungszeiten von 1/15 – 30 Sekunden, je nach Kameramodell, sind üblich.
Bei DSLR Kameras ist eine Betrachtung am Monitor nur nach der Aufnahme  möglich (außer z.B. Olympus E-20). Besonders wegen des geringen Rauschens ist hier trotzdem eine Nutzung sinnvoll. Um doch etwas Bildkontrolle vor der Aufnahme zu haben, nutze ich einen alten Durchsichtsucher für den Blitzanschluß. Sehr gut geeignete Modelle von DSLR´s sind die Nikon D70, D70s, D50, Olympus E-300, E-1, Canon 300D. Bei schönem Wetter (viel Sonne) eignet sich auch die Sony Alpha 100 für die IR Fotografie. Bei der SIGMA SD 10 kann mann das sogenannte Staubschutzglas entfernen. Das Glas erfüllt auch die Funktion des IR Sperrfilters. Bis dato sind mir zwei Firmen bekannt, welche Kameras für digitale Infrarotfotografie modifizieren. Der IR Sperrfilter wird durch ein Glas mit bestimmter Dicke getauscht. Eine normale Fotografie ist dann nur noch mit zusätzlichem Filter möglich. Nach dem Umbau ist die Kamera wie eine normale Kamera im IR Bereich emfindlich. Das Stativ ist dann nicht notwendig. Besonders gut geeignet für den Umbau sind die D70 oder D50, da das IR Sperrfilter nicht mit dem CCD verleimt ist.
Neben der Wahl der geeigneten Kameras ist auch ein geeignetes Objektiv notwendig. Viele Objektive neigen zu einem sogenannten Hotspot in der Mitte des Bildes. Dieser ist in der Regel nicht retuschierbar. Als besonders gut und preiswert sei hier das SIGMA 3,5-5,6 / 18-50 genannt. Hierzu finden sich auch viele Listen im Internet.
Bei der digitalen IR Fotografie sind auch farbige Aufnahmen möglich(Bild 6 und 7).


Minolta S414- Filter R72 - Jetrijovice 2004


Minolta Dimage 7 - Filter R72 - Alm 2004

Während relativ viele Kameras für S/W IR Fotos genutzt werden können, minimiert sich die Zahl der Kameras, welche für Farb IR Aufnahmen nutzbar sind. Obige zwei Farb IR Bilder entstanden mit einer Dimage S414 Kompaktkamera und mit einer Dimage 7. Beide Kameras sind nur schlecht für Farb IR Fotografie geeignet. Aber bei genügend Geduld ist auch dies möglich.
Für die Farbinfrarotfotografie ist ein manueller Weißabgleich notwendig. Dieser wird üblichweise auf das Blattgrün durchgeführt. Da ist Experimentieren angesagt. Hat man dann ein Bild indem noch alle Farbanteile vorhanden sind, kann man durch tauschen der Rot mit den Blauanteilen ein „farbrichtiges IR Bild = blauer Himmel“ erzeugen (Bild 8 und 9).


Nikon D50 - Filter R72 - Krumlov 2006


Nikon D50 - Filter R72- Chemnitztal 2006
Weiterhin kann man ein „normales“ Bild mit einem IR Bild kombinieren. So erhält man Farbstimmungen die dem ehemaligen Ergebnissen mit dem Farb IR Film von Kodak entsprechen. Hat man einmal die optimale Kamera/Filter/Objektivkombination gefunden ist der eigentliche fotografische Akt trivial.
Noch ein Wort zur Fokusdifferenz bei der Infrarotfotografie. Ob analog oder digital, die Fokusfifferenz bei Spiegelreflexkameras ist da ! Je nach Autofokusmodul/ Hersteller ist sie unterschiedlich ausgeprägt. Das Wort Differenz kommt aus dem Vergleich der tatsächlichen Entfernung des bilderzeugenden Lichtes und der gemessenen und damit eingestellten Entfernung des Lichtes durch das Autofokusmodul. Da hilft nur die Verwendung von Weitwinkelobjektiven und etwas abblenden. Bei non DSLR Kameras/ Kompaktkameras wird direkt auf dem CCD scharf gestellt, sodaß das eine Fokusdifferenz nicht da ist.
Mit der Zeit entwickelt man einen Blick für besonders gut geeignte Objekte oder Wolken- / Wetterstimmungen , die durch die IR Fotografie vorteilhaft wiedergegeben werden können. Auch hier gilt den Effekt in Maßen einzusetzen und Kamera und Stativ immer in der Nähe haben.
Immer gut Licht

Dipl.-Ing.F.Gähler
Frank Gähler
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gaehlerf@freenet.de
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